Kameradenverein Trier-Euren 1909 e.V.

Chronik

Kriegerdenkmal auf der Straße nach Trierweiler errichtet von der Gemeinde Euren
Kriegerdenkmal auf der Straße nach Trierweiler errichtet von der Gemeinde Euren
In der Eurener Chronik wird erwähnt, dass es bereits 1872 in Euren eine Wehrvereinigung von ehemaligen Kriegsteilnehmern gab. Leider gibt es darüber keine Unterlagen. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass diese Vereinigung der Vorgänger des Kameradenvereins war.

Im Jahr 1909 taten sich einige Frontkämpfer des Krieges 1870/71, ebenso Teilnehmer des Deutsch-Dänischen Krieges 1864 und des Deutschen Krieges 1866, sowie junge gediente Soldaten zusammen und gründeten den Wehrverein Euren.

Sie wollten das Band der Kameradschaft erhalten und die Erinnerung an die gemeinsame militärische Dienstzeit pflegen. Die oben genannten Kriege sind auf der Vereinsfahne vermerkt.

Ehrennadel des Wehrverein Euren
Ehrennadel des Wehrverein Euren
Nach Unterlagen des Vereins sind als Gründungsmitglieder heute noch benannt: Peter Grundheber, Peter Holstein, Alois Schiff, Peter Bernard, Franz Diedrich, Jakob Golumbeck, Nikolaus Jeckel und Peter Nossem.

Als erster Vorsitzender wurde der damalige Bäckermeister Peter Nossem gewählt, der dem Verein bis zum Verbot durch die französische Besatzung im Jahr 1918 vorstand.

Leider war dem Wehrverein nur eine kurze Friedenstätigkeit vergönnt. Im 1. Weltkrieg 1914-1918 wurde eine große Anzahl der Mitglieder zum Kriegsdienst eingezogen. Nach dem Waffenstillstand im Jahre 1918 war ein Weiterbestehen des Wehrvereins nicht möglich, da alle ehemaligen Soldatenverbände durch die Besatzungsmächte verboten wurden.

Die erneute Gründung mit Anschluss an den Deutschen Kyffhäuserbund erfolgte am 21. März 1924 unter der neuen Bezeichnung Kameradenverein Euren.

Unter dem damaligen Vorsitzenden, Gastwirt Matthias Schneider, erlebte der Verein einen neuen Aufschwung. Das hohe Ansehen und die Anerkennung des Vereins wurden beim 25-jährigen Jubelfest am 22. Juli 1934 bestätigt. Ein Festzug mit 39 Gruppen und Abordnungen, darunter 8 Musikkapellen und Spielmannszüge, zogen durch Euren zum Festplatz am Gasthaus „Zum grünen Wald“.

Peter Grundheber, auf dem Wagen sitzend
Peter Grundheber, auf dem Wagen sitzend
Im Jahr 1935 übernahm der Gärtnermeister Adolf Mock den Vorsitz und führte den Verein bis zum Verbot und der damit verbundenen Auflösung durch die nationalsozialistischen Machthaber im Jahr 1943. Das damalige Sparguthaben in Höhe von 6000 Reichsmark wurde durch die Nazis beschlagnahmt.

Während des Zweiten Weltkrieges sind sich die Kameraden des Vereins jedoch gemäß ihrer Satzung weiter in Treue verbunden geblieben. Es war damals und es ist heute noch die Aufgabe des Kameradenvereins, allen verstorbenen und gefallenen Kameraden das letzte Ehrengeleit zu geben und den Hinterbliebenen Unterstützung zu gewähren.

Erst 10 Jahre nach Kriegsende, im Jahr 1955, wurde der Kameradenverein von einigen alten Mitgliedern unter dem Vorsitz des Kameraden Christian Weingarten wieder gegründet. Bedingt durch sein hohes Alter musste er den Vorsitz bereits ein Jahr später abgeben. Zu seinem Nachfolger wurde Peter Mock gewählt. Unter seinem Vorsitz erlebte der Kameradenverein eine neue Blütezeit. Erfreulich war, dass neben den Kriegsteilnehmern des 1. und 2. Weltkrieges auch Reservisten und nicht Gediente dem Verein beitraten.

Das 50-jährige Stiftungsfest, verbunden mit dem Landesverbandstag des deutschen Kyffhäuserbundes am 27. und 28. Juni 1959, war ein voller Erfolg. Viele Ehrengäste, unter ihnen Dr. von Bülow, Offiziere des Luftwaffenregiments 4, der kath. Standortpfarrer Walter Hauth, Vertreter der Stadtverwaltung und Mitglieder des Stadtrates waren anwesend. Was an „Werten einer wohlverstandenen Tradition“ übernommen wurde, die nichts mit Militarismus zu tun hat, welche Kameradschaft im Verein gepflegt wird und das hohe Ansehen des Kameradenverein Euren bei der Bevölkerung, wurde in allen Festansprachen hervorgehoben. Der Festabend, zu dessen Gelingen alle Eurener Vereine beitrugen, endete mit dem Großen Zapfenstreich.

Der Kameradenverein Euren stellte mit damals 187 Mitgliedern die größte Kameradschaft innerhalb des Kreisverbandes Trier und darüber hinaus im Landesverband Rheinland-Pfalz. Aus gesundheitlichen Gründen stellte Peter Mock 1966 seinen Vorsitz zur Verfügung und er wurde in der Jahreshauptversammlung wegen seiner außerordentlichen Verdienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Zu seinem Nachfolger wurde Peter Welter gewählt, der den Verein im Sinne seines Vorgängers 21 Jahre lang bis zum 03. Mai 1987 mit viel Engagement führte. Unter seinem Vorsitz konnte der Verein am 14. Juni 1969 sein 60-jähriges Bestehen feiern.


Mit zahlreichen Ehrengästen und unter Beteiligung der Ortsvereine war dieses Jubiläum ebenfalls ein besonderer Meilenstein in der Vereinsgeschichte. In weiser Voraussicht, auch um den Kameraden ein eigenes Vereinshaus zu schaffen, wurde 1974 ein Grundstück in der Gemarkung „Auf der Klick“, nahe der Kapelle Talbildchen, erworben. Mit großem Engagement und durch Ableistung unzähliger Arbeitsstunden in Eigenleistung entstand auf diesem herrlichen Fleckchen Erde eine Blockhütte, die als Treffpunkt und für Zusammenkünfte von allen Kameraden gerne angenommen wurde und heute noch angenommen wird. Sie ist „unsere Hütte“ und bildet zugleich den Mittelpunkt des Vereinslebens.

Peter Welter führte den Verein vorbildlich bis zum 03. Mai 1987. Mit der Neuwahl von Paul Becker zum 1. Vorsitzenden wurde Peter Welter auf Grund seiner besonderen Verdienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Zum 90-jährigen Jubiläum am 4./5. September 1999 wurde die hervorragende Arbeit des Vereins erneut gewürdigt. Sonntags traf sich der Landesverband des Kyffhäuserbundes in Trier-Euren. Am Kriegerdenkmal wurde zu Ehren der verstorbenen Kameraden ein Kranz niedergelegt. Anschließend fand der Landesverbandstag unter Teilnahme zahlreicher Delegierter des Kyffhäuserbundes im Bürgerhaus Euren statt.

Getreu den alten Grundsätzen des Vereins:
- Pflege der Kameradschaft
- Fürsorge für bedürftige Kameraden und Angehörige
- Ehrenvolles Gedenken gefallener und verstorbener Kameraden
- Eintreten für Würde und Ansehen des Soldatentums
- Bejahung der Gemeinschaft der europäischen Völker

führte unser Kamerad Paul Becker bis heute den Kameradenverein weiter. Er blickt nunmehr auf eine Amtszeit von 22 Jahren als Vorsitzender zurück. Im Laufe dieser langen Amtsperiode gab es zahlreiche Veränderungen, die mittel- und langfristig den Fortbestand des Vereins sichern sollten. Beispielhaft seien dazu die zahl- und umfangreichen Maßnahmen zur Ausstattung und baulichen Modernisierung unserer Hütte sowie der Beitritt etlicher jüngerer Kameraden zum Verein.

Der Kameradenverein Trier-Euren 1909 e.V., zählt heute ca. 120 Mitglieder, ist im Vereinsregister als selbstständiger Verein eingetragen und ist zusätzlich dem gemeinnützigen Deutschen Kyffhäuserbund als Dachverband angeschlossen.




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